Was sind Pflanzenkläranlagen?

Wozu braucht man die Pflanzen?



Schilfpflanzen bilden im Boden mehrere Zentimeter dicke, schnell wachsende Fortsätze, die so genannten Rhizome, die ständig neu gebildet werden, den Boden durchwühlen und nach mehreren Jahren absterben. Dadurch entstehen im Boden immer wieder neue Hohlräume. Durch diese speziellen Fähigkeiten der Schilfpflanzen entsteht ein perfekter Lebensraum für Mikroorganismen. Die Verschmutzung des häuslichen Abwassers besteht aus energiereichen organischen Verbindungen, die von diesen Mikroorganismen als Nahrung genutzt und somit abgebaut werden. Die eigentliche Reinigungsleistung vollbringen die Mikroorganismen, durch die Schilfpflanzen werden die dafür notwendigen Lebensbedingungen geschaffen – ein perfektes Team also!


Seit wann wird das Verfahren angewendet?



Diese Art der naturnahen Abwasserbehandlung wurde erstmals Anfang der 60er Jahre getestet. In den vergangenen 45 Jahren wurde das Verfahren weiterentwickelt und verbessert. Heute ist es als Abwasserbehandlungsverfahren anerkannt.


Wie funktioniert das in der Praxis?



Das zu reinigende Abwasser (häusliches Abwasser wird zunächst in einer Vorklärung von absetzbaren Bestandteilen befreit) fließt in die Pflanzenkläranlage. Dort durchsickert es den von Schilfpflanzen durchwurzelten und mit Mikroorganismen angereicherten Sand und Kies in vertikaler Richtung und wird dabei gereinigt. Nach ein bis mehreren Tagen verlässt vollbiologisch gereinigtes und weitestgehend von Keimen befreites Wasser die Anlage, das im Normalfall in einen Kanal, Bach oder Fluss geleitet oder versickert werden kann.
Schilfpflanzen bilden im Filter bis zu mehrere Zentimeter dicke, schnell wachsende Fortsätze, die so genannten Rhizome, die ständig neu gebildet werden, den Sand und Kies durchwühlen und nach mehreren Jahren absterben. Dadurch entstehen in der Pflanzenkläranlage immer wieder neue Hohlräume. Durch diese speziellen Fähigkeiten der Schilfpflanzen entsteht ein perfekter Lebensraum für Mikroorganismen. Die Verschmutzung des häuslichen Abwassers besteht aus energiereichen organischen Verbindungen, die von diesen Mikroorganismen als Nahrung genutzt und somit abgebaut werden. Die eigentliche Reinigungsleistung vollbringen die Mikroorganismen, durch die Schilfpflanzen werden die dafür notwendigen Lebensbedingungen geschaffen - ein perfektes Team also!
Um den Reinigungseffekt zu intensivieren, haben wir eine Bypassleitung ("kleine Rezirkulation") eingebaut. Über diese wird bei jedem Abpumpvorgang ein kleiner Teil des gereinigten Abwassers wieder in den Zulaufschacht gepumpt. Abgeschwemmte Mikroorganismen gelangen somit immer wieder neu in die obersten, aktivsten Sandschichten. Die Anlage arbeitet dadurch stabiler und kann bestimmten Betriebszuständen und zukünftigen höheren Reinigungsanforderungen nachträglich angepasst werden.

Zukunftssicherheit eingebaut



Reinigungsleistung - jetzt und in Zukunft: Alle AQUANT-Pflanzenkläranlagen erfüllen nicht nur problemlos die aktuellen Forderungen (Grenzwerte BSB5 40 mg/l, CSB 150 mg/l) für vollbiologische Kläranlagen, sondern sind auch für mögliche zukünftige höhere Anforderungen* an die Reinigungsleistung baulich ausgerüstet. Durch die integrierten Schachtelemente mit Zulaufpumpe, Ablaufpumpe (Rezirkulationspumpe) und die regelbare Abwasserrücklaufleitung (Rezirkulationsleitung) sind alle wichtigen Komponenten für eine "große Rezirkulation" von Haus aus in alle AQUANT-Pflanzenkläranlagen integriert. Erdarbeiten fallen später dadurch in vielen Fällen nicht mehr an! Voraussetzung für den Ausbau der in unseren Pflanzenkläranlagen integrierten "kleinen Rezirkulation" zur "großen Rezirkulation" ist eine entsprechend unserer DIBT-Zulassung dimensionierte Mehrkammergrube. Lassen Sie sich dazu von uns beraten!

* Mögliche weitergehende Reinigungsanforderungen können z. B. eine weitere Verminderung von CSB und BSB5, gezielte Nitrifikation und Denitrifikation, Phosphatabbau, Hygienisierung sein.



Ablaufwerte - unsere Herstellergarantie



Folgende Ablaufwerte sind typisch für AQUANT-Anlagen: CSB 20-80 mg/l (Grenzwert 150 mg/l), BSB5 5-20 mg/l (Grenzwert 40 mg/l). Bessere Ablaufwerte sind bei unseren Anlagen durchaus üblich. So wurden im Rahmen unserer DIBT-Prüfung - auch im Winterbetrieb(!) - folgende hervorragenden Ergebnisse erzielt: BSB5 maximal 5 mg/l, CSB maximal 50 mg/l! Da es sich um "lebende" Prozesse handelt, gibt es aber Schwankungen und es werden nicht zu jeder Zeit Maximalwerte erreicht. Im Sinne einer realistischen Darstellung wollen wir deshalb auf die Nennung dieser Maximalwerte verzichten. Alle aufgeführten AQUANT-Pflanzenkläranlagen werden seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt und unterschreiten bei sachgemäßem Betrieb die gesetzlichen Grenzwerte sicher.



Das DIBT-Prüfzeichen​ und die CE-Zertifizierung

AQUANT-Pflanzenkläranlagen sind vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) bauaufsichtlich geprüfte (2006, Verlängerung Dez. 2011) Bauprodukte. Nach aktuellsten behördlichen Anforderungen (!) aufwändig geprüft, ist die hervorragend bestandene DIBT-Prüfung der zukunftssichere Garant für die deutschlandweit problemlose Genehmigung durch die Wasserbehörden. In immer mehr Bundesländern dürfen deshalb nur noch DIBT-geprüfte Anlagen eingebaut werden. Ohne DIBT-Prüfzeichen ist in manchen Bundesländern das Genehmigungsverfahren aufwändiger und zum teil teurer. Auch unterliegen solche Kleinkläranlagen teilweise immer strengeren Kontrollen durch die Wasserbehörden. So müssen dann Ablaufwerte nicht nur 1-mal pro Jahr überprüft werden, sondern bis zu 4-mal!Ab 2017 gilt (zumindest theoretisch) nur noch die CE-Zertifizierung.